Gymnasium Mariengarden – Standort der Ordensschule durch städtische Beteiligung langfristig gesichert

Gymnasium Mariengarden – Standort der Ordensschule durch städtische Beteiligung langfristig gesichert
v.l.: Katja Hoffboll (Stadt Borken), Norbert Nießing, Pater Felix Rehbock OMI und Schulleiter Michael Brands - Foto: mhs

Gymnasium auch weiterhin unter der Trägerschaft des Oblaten-Ordens

BURLO | bd | Über die Frage, ob der Oblatenorden nach über 100-jähriger Tätigkeit auch zukünftig die Trägerschaft des Burloer Gymnasiums übernehmen wird, wurde bereits seit längerer Zeit spekuliert. Nun informierten der Provinzial des Ordens, Pater Felix Rehbock OMI, Schulleiter Michael Brands, der städtische Erste Beigeordnete Norbert Nießing sowie Katja Hoffboll (Stadt Borken – Fachbereich Jugend, Familie, Schule und Sport) am Montagmittag im Rahmen einer Pressekonferenz über den Fortgang des Schulstandortes.

„Tatsache ist, dass der Orden aus finanziellen Gründen nicht mehr dazu in der Lage gewesen wäre, mittelfristig die Trägerschaft des Gymnasiums zu übernehmen. Ich habe daher bereits vor zwei Jahren das Gespräch mit Vertretern der Stadt Borken gesucht, um nach einer – für alle Beteiligten – sinnhaften und finanzierbaren Lösung zu suchen“, beschreibt der Provinzial. Die mitteleuropäische Provinz der Oblaten, zu der auch der Standort Burlo gehört, war bis dato Eigentümer des gesamten Gebäudeensembles der Schule. Dazu gehört das „Forum Mariengarden“, das Schulgebäude, das Musik- und Tagungshaus sowie das eigentliche Klostergebäude. Auch der verbliebene Rest eines ehemaligen Bauernhofes steht unter der Ordensverwaltung. Dementsprechend ergibt sich die finanzielle Belastung des Ordens aus notwendigen Investitionen in die Schulgebäude und dem nicht von der staatlichen Schulfinanzierung abgedeckten Eigenanteil von 6 Prozent des pauschalierten Schulbudgets für die laufenden Kosten konsumtiver Art. Dies entspricht einer Belastung von rund 320.000 Euro per Anno. An diesem Eigenanteil haben sich bislang das Bistum mit 3% sowie die Stadt Borken mit einem freiwilligen Pauschalbetrag in Höhe von 50.000 Euro/Jahr beteiligt.


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Um den Standort des Gymnasiums weiter zu gewährleisten, haben sich nun die Stadt Borken gemeinsam mit dem Orden darauf geeinigt, dass die Stadt Borken den Teil der Gebäude übernimmt, die für den Schulbetrieb erforderlich sind. Dazu zählen

  • Schulgebäude (Hauptgebäude und Flachdachanteil)
  • Bisherige Anteile an der Sporthalle
  • Forum
  • Zwischengebäude (Säulengang) vom Schulgebäude bis zum Kloster (einschl. Küche)
  • Speiseraum
  • Teile des Musikhauses, soweit für den Schulbetrieb nötig

Die Kosten für die Übernahme der Gebäude belaufen sich nach Angaben des Stadtkämmerers Norbert Nießing auf einen mittleren, sechsstelligen Euro-Betrag. Die genaue Höhe nannte Nießing auf Nachfrage nicht. Die anfängliche Jahresinvestition von derzeit 160.000 Euro dürften zukünftig ansteigen. Der Investitionsbedarf für Instandhaltungsmaßnahmen ließe sich, so Nießing, aktuell nicht seriös beantworten.

Die Schulseelsorge soll auch zukünftig von den Ordensbrüdern übernommen werden.

Norbert Nießing mit Pater Felix Rehbock OMI
Die Gesprächspartner des Oblaten-Ordens (P. Felix Rehbock) und der Stadtverwaltung (Norbert Nießing) blicken in eine positive Schulzukunft in Burlo – Foto: mhs

Die nun vorgestellte Kooperation zwischen dem Orden und der Stadtverwaltung wird von allen Beteiligten als sachgerecht und zukunftsorientiert bezeichnet. Insofern dürfte die angestrebte Partnerschaft zwischen den Beteiligten auf breite Zustimmung stoßen, sowohl beim Lehrpersonal, bei Schülerinnen und Schülern, aber auch im Rat der Stadt Borken, der dem Vorhaben nun in den kommenden Tagen zustimmen soll.

Am Ende werden vor allem die Menschen in der gesamten Region von der Kooperation profitieren. Letztlich stellt diese sicher, mit dem Gymnasium Mariengarden auch zukünftig eine überregional anerkannte Bildungseinrichtung in Burlo betreiben zu können.


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