Pflanztag in Weseke – Gemeinschaftsaktion „Streuobstwiese“ schreitet voran

Pflanztag in Weseke – Gemeinschaftsaktion „Streuobstwiese“ schreitet voran
Erste Obstbäume auf der Weseker Streuobstwiese gepflanzt - Foto: mhs

Bei winterlichen Temperaturen wurde gebuddelt und gepflanzt

WESEKE | bd | Bereits vor einigen Wochen hatten sich Mitglieder des Heimatvereins Weseke sowie einige Gemeindemitglieder erstmals zusammengefunden, um auf einer rund 2.500 Quadratmeter großen und wild bewachsenen Fläche nördlich des Friedhofs eine ansehnliche und ökologisch sinnvolle „Streuobstwiese“ anzulegen. Nun, einige Wochen später, haben die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen unter fachkundiger Anleitung von Berthold Picker sowie unter der Leitung des Heimatvereinsvorsitzenden Josef Becker das Gelände weitestgehend vom Wildwuchs befreit und konnten am vergangenen Samstag in einer konzertierten Aktion die ersten Obstbäume setzen.

Aktion mit finanzieller Unterstützung des Leader-Projekts gefördert

Bevor auf der bis dato recht unansehnlichen Fläche zwischen der Bundesstraße 70, der Straße Am Friedhof und dem Friedhofsgelände der erste Spatenstich zur Umsetzung des Projektes getan werden konnte, musste die Idee des Heimatvereins zunächst noch einige bürokratische Hürden nehmen und Überzeugungsarbeit bei einigen Gemeindemitgliedern geleistet werden. „Der Grund und Boden wurde uns letztlich von der Stadt Borken für die kommenden Jahre zur Verfügung gestellt. Die finanzielle Ausstattung zur Anschaffung der Pflanzen erfolgt aus Mitteln des Leader-Projekts“, beschreibt Heimatvereinsvorsitzender Josef Becker im Gespräch mit BD. Mit dem Projekt werden gleich mehrere Ziele verfolgt, weiß Berthold Picker als fachkundiger Berater zu berichten: „Zum einen schaffen wir mit der Anlage der Streuobstwiese und allen anderen Anlagen wie Käferkeller, Totholz, Sandarium, Benjeshecke, wechselfeuchten Senken, Lesesteinhaufen und einer Vogelschutzhecke wichtigen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und andererseits möchten wir auf diesem Wege die Gemeinschaft innerhalb der Gemeinde fördern und auch junge Menschen für die Arbeit des Heimatvereins begeistern.“

Fläche wird mehr als eine Obstwiese

Streuobstwiesen sind von Menschen angepflanzte Kulturen zur Obsterzeugung. Diese Art des Anbaus war bis vor einiger Zeit prägender Landschaftsteil in unserer Region – so steht es auf einem Entwurf für ein Schild, das zukünftig auf dem Gelände aufgestellt werden und Informationen für diejenigen liefern soll, die das Gelände aufsuchen.

Das „Sandarium“ wird zukünftig tausende Insekten beheimaten und ist somit Teil der ökologisch wertvollen „Streuobstwiese“

Dabei geht es nicht nur um das Pflanzen von Obstsorten wie Apfel, Birne, Pflaume und Kirsche, sondern auch darum, Nahrungsquelle und Lebensraum für unzählige Insektenarten, wie z.B. Schmetterlinge, Wildbienen, Hornissen, Schwebfliegen u.s.w. zu schaffen. Dabei soll die Fläche, auf der die Obstbäume locker angeordnet werden, zukünftig nicht bewirtschaftet, sondern nur einmal jährlich gemäht werden. Auf diese Weise bleibt das Gelände in den kommenden Jahren sich zwar naturnah selbst überlassen, wird aber in Zeiten der Obstblüte und auch zu anderen Jahreszeiten den Besuchern einen prächtigen Anblick bieten.

Das, was der Weseker Heimatverein mit den Gemeindemitgliedern und Unterstützung der Stadt Borken dort umsetzt, sollte aus Sicht des Naturschutzes und der Erhaltung der Artenvielfalt Schule machen – auch in vielen anderen Ortsteilen. Die Initiative legt vor allem Wert auf die Feststellung, dass sich Jedermann mit neuen Ideen und/oder auch Hilfe einbringen kann. Für die „Arbeitseinsätze“ wird keine An- oder Abmeldung erwartet. Wer sich dem Projekt anschließen und vielleicht auch zukünftig helfen möchte, kann sich gerne an den Weseker Heimatverein oder auch an Berthold Picker wenden.


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