Rentner Heinrich Höing – Hobby-Krippenbauer mit Herz

Rentner Heinrich Höing – Hobby-Krippenbauer mit Herz
Der Weseker Krippen-Bastler Heinrich Höing spendet den Erlös aus dem Krippenverkauf an die Kinderkrebshilfe - Foto: BD/mhs

Erlös aus dem Verkauf seiner Werke spendet er seit mehr als 10 Jahren der Weseker Kinderkrebshilfe

WESEKE | bd | Weihnachten ist für den 82-jährigen Weseker Heinrich Höing eigentlich das ganz Jahr über ein Thema, mit dem er sich fast täglich beschäftigt. Seit mehr als 10 Jahren bastelt der ehemalige Textilmeister voller Hingabe Weihnachtskrippen aus Holz. Das benötigte Rohmaterial bekommt er von einem befreundeten, Weseker Landwirt geschenkt – weil dem nach Bekunden des Bastlers die Arbeiten des handwerklich begabten Rentners so sehr gefallen. Am Dienstagmorgen konnte BD-Redakteur Michael H. Schmitt die kleinen Kunstwerke, die schon in wenigen Tagen auf dem Weseker Weihnachtsmarkt zum Verkauf angeboten werden, bewundern. In der Garage direkt neben dem Wohnhaus hat Höing die Exemplare Stück für Stück aufgestellt, inklusive der vielen Miniatur-Zubehörteile, die ebenfalls aus seiner Werkstatt stammen.

„Handwerkliches Arbeiten war schon immer meine Leidenschaft. Irgendwie habe ich schon zu Beginn meines Berufslebens als Maschinenbauer alles Mögliche wieder repariert, woran andere gescheitert sind“, antwortet der seit 18 Jahren aus dem Berufsleben ausgeschiedene und bescheidene Weseker die Frage, wie er denn zu dem Hobby gekommen sei. Irgendwann im Laufe seines Rentnerdaseins habe ihn dann das Arbeiten mit Holz gepackt. „Wie es bei vielen Hobbys übich ist, fing die Krippen-Bastelei auch erst recht bescheiden an. Im Laufe der Jahre wurden es dann nach und nach mehr und die Nachfrage größer.“

Die Balken-Konstruktionen werden nicht miteinander verschraubt, sondern mit Holzdübeln verbunden – Foto: mhs

Die Detailverliebtheit, mit der er die Krippen herstellt, ist schon sehr bemerkenswert. Jede Holzschindel, mit denen die hölzernen Dachkonstruktionen gedeckt sind, wird in Handarbeit aus einem Holzbrett geschlagen. Die Ecken werden mit dem Hobel abgerundet und nachbearbeitet, so – wie eine Holzschindel nun mal auszusehen hat. Selbst die Bereifung für die kleinen Schubkarren, die vor einigen der Werke aufgestellt sind, wurden von Hand und in vielen Stunden Arbeit in seiner Kellerwerkstatt konstruiert und gefertigt. „Schrauben kommen an meinen Krippen kaum zum Einsatz“, berichtet er über die Verbindung der einzelnen Bauteile. Balken und andere Konstruktionsteile werden mit Holzdübeln miteinander verbunden.

Die Holzschindeln für die Dachkonstruktionen werden von Höing allesamt von Hand angefertigt. Jede Schindel ist somit ein Unikat. Foto: mhs

Nun, kurz vor dem Weseker Weihnachtsmarkt, der am Wochenende vom 3. bis 4. Dezember wieder auf dem Kirchplatz in Weseke stattfinden wird, steigt auch ein wenig die Aufregung bei der Familie Höing. Dort betreibt der 82-Jährige dann wieder einen Verkaufsstand für seine Krippen, die bis dahin sowohl in seiner Garage (nach telefonischer Anmeldung unter 02862-1655) oder in der Gärtnerei Schwitte in Weseke angeschaut und gekauft werden können. Auch in diesem Jahr rechnet der begeisterte Bastler nicht damit, dass eine der Krippen ein „Ladenhüter“ werden wird. Bisher fanden seine Werke immer begeisterte Käufer, zumal Höing den Erlös aus den Verkäufen in voller Höhe Jahr für Jahr an die Kinderkrebshilfe Weseke spendet. Insofern ist Heinrich Höing zwar nur einer von vielen Krippenbauern, dafür aber ein sehr bescheidener mit einem großen Herz. Die Summe, die er in den vielen Jahren an die Kinderkrebshilfe auf diesem Wege gespendet hat, nennt er auf Nachfrage nicht und begründet dies mit einem rührenden Statement. „Ich spende alle Einnahmen aus den Verkäufen und tue damit Gutes. Alles andere, was ich darüber erzählen würde, könnte angeberisch klingen – und das ist das Letzte, was ich möchte.“


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